FOSBOS Kelheim verabschiedet 236 Absolventinnen und Absolventen

AbiturredeStD Jürgen Lichtlein begrüßt die zahlreichen Gäste der Abiturfeier (Foto: Kluge)

Kelheim. Es gibt Momente im Leben, die vergisst man nicht so schnell. Es sind insbesondere solche Momente, die einem ganz persönlich gehören, die einen mit Stolz und Freude erfüllen. Ein solcher feierlicher und sicherlich unvergesslicher Moment fand am Freitag, 9. Juli 2018 in der festlich geschmückten Aula des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Kelheim statt, denn genau an diesem Tag bekamen 236 Schülerinnen und Schüler von der FOSBOS ihr Fachabitur- bzw. Abiturzeugnis verliehen.

Bestenehrung und SonderpreiseDie Ehren- und Sonderpreisträger(innen) (Foto: Kluge)
 
Laut OStD Johann Huber haben die Absolventinnen und Absolventen mit ihrem Abschluss „passgenau die Eintrittskarte erworben, die für den nächsten Schritt – sei es ein Studium, eine Berufsausbildung oder beides in Kombination – eine sehr gute Basis bildet“. „Weltmeisterliche“ Leistungen erzielten dabei insbesondere Manuel Kümper von der Klasse FOS Technik 13 sowie Stefanie Mayer von der Klasse BOS Wirtschaft 12b. Beide erreichten einen Notendurchschnitt von 1,20 und legten somit das schulbeste Abitur (Kümper) bzw. das schulbeste Fachabitur (Mayer) ab.

Auch Landrat Martin Neumeyer gratulierte den 124 jungen Frauen und 112 jungen Männern zu ihren respektablen Ergebnissen: „Ihr habt stärker gespielt als die deutsche Nationalmannschaft“, verglich Neumeyer die starke und disziplinierte Leistung der Kelheimer Absolventinnen bzw. Absolventen mit den saft- und kraftlosen Auftritten der DFB-Elf bei der Fussball-Weltmeisterschaft.

Des Weiteren würdigten Johanna Werner-Muggendorfer (SPD), Florian Oßner (CSU), Jürgen Eixner in der Funktion des 1. Vorsitzenden des Fördervereins sowie Katrin Fitter in der Funktion als 1. Elternbeiratsvorsitzende in ihren Grußworten die Leistungen der jungen Erwachsenen.

OStD Johann Huber und StD Jürgen Lichtlein ließen es sich nicht nehmen, alle Absolventinnen und Absolventen zu ihren Leistungen zu beglückwünschen und ihnen das Fachabitur- bzw. Abiturzeugnis persönlich zu überreichen.

Die beiden Schülersprecher Kristin Böhm und Andreas Stemmer führten durch das reichhaltige Programm, das auch zahlreiche Gesangseinlagen, instrumentale Darbietungen und vieles mehr beinhaltete. Nach dem offiziellen Teil der Abschlussfeier bekamen Lehrer, Schüler und Eltern bei einem gemütlichen Beisammensein die Gelegenheit, die Schulzeit an der FOSBOS Kelheim Revue passieren zu lassen und in Erinnerungen zu schwelgen.

An dieser Stelle gratulieren wir nochmals ganz herzlich allen Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2017/2018 zum Fachabitur bzw. Abitur und wünschen viele weitere schöne Momente im Leben sowie viel Erfolg und Durchhaltevermögen für die kommenden Aufgaben.

Autor: Florian Pollich, StR

Zeitzeuge „entführt“ FOSBOS-Schüler in die Welt der DDR-Diktatur

Vortrag_SchneiderRainer Schneider (stehend) bindet die Jugendlichen aktiv mit ein.

Kelheim. „Ich war 17 und hatte Träume. Ich wollte sie leben.“ – so beginnt der Erlebnisbericht des DDR-Zeitzeugen Rainer Schneider, der vor wenigen Tagen auf Initiative von StRin Susanne Pongratz-Wolf die FOSBOS Kelheim besuchte, um den Schülerinnen und Schülern der 11. Klassen über die persönlichen, teils traumatischen Erlebnisse seiner Kindheit bzw. seiner Erziehung, der Verhaftung und dem damit verbundenen Gefängnisaufenthalt in der ehemaligen DDR zu berichten.

Schneider wird den Tag seiner Verhaftung am Erfurter Hauptbahnhof im Jahr 1972 wohl nie vergessen, als sechs bewaffnete Männer den damals 17-Jährigen plötzlich überwältigten und ihn wie einen Schwerverbrecher in Handschellen abführten: „So schnell klebte ich noch nie wie ein Schmetterling an der Wand“, schildert der heute 63-Jährige – und das nur, weil er in den Westen, in die Freiheit zu seiner Mutter fliehen wollte, die in München Arbeit gefunden hatte.

Zahlreiche Anträge auf Familienzusammenführung wurden im Vorfeld abgelehnt, die Mutter sah er von 1958 bis 1962 insgesamt nur ein einziges Mal. Seine Kindheit verbrachte Schneider währenddessen bei der Großmutter in der DDR. Die geplante Flucht endete, bevor sie wirklich begann, schließlich im Jugendgefängnis, die verhasste Grenze zwischen BRD und DDR schien für Schneider zunächst unüberwindbar.

Willkür und systematische Einschüchterung

Der seit mittlerweile über 40 Jahren in München lebende Wahl-Bayer versteht es während der gesamten drei Schulstunden, die rund 100 FOSBOS-Schülerinnen und -Schüler von Anfang an in seinen Bann zu ziehen. Dabei stellt Schneider den Jugendlichen während seiner Schilderungen immer wieder eine zentrale Frage: „Wie funktioniert Diktatur, meine Damen und Herren?“ Die einstimmige Schülerantwort: „Durch Willkür und systematische Einschüchterung“.

In authentischer Art und Weise und mit Hilfe zahlreicher Bilder, originalen Briefen, Videodokumentationen und Kinderbüchern belegt der gebürtige Erfurter dies mit packenden Beispielen aus seinem Leben, indem er unter anderem von seinen Erfahrungen in der Kindheit, der Ausbildung in DDR-Ferienlagern inklusive dem sog. „Wehrkundeunterricht“ in der Schule berichtet, bis hin zu seiner Inhaftierung. Dass die Veranstaltung bei den Zuhörerinnen und Zuhörern sehr gut ankommt, beweist insbesondere die Tatsache, dass sie während der gesamten 135 Minuten immer wieder Zwischenfragen stellen.

Inhaftierung Schneiders

Im Raum ist nahezu bei allen Anwesenden der fassungslose Blick zu sehen, als Schneider Details von seiner Inhaftierung im Jahr 1972 verrät. „Einen Rechtsanwalt bekam ich zunächst nicht“, schildert er auch heute noch fassungslos. Auf ihn wartete stattdessen eine winzig kleine Zelle, in die er die ersten 10 Tage in Einzelhaft ohne jegliche soziale Kontakte gesperrt wurde. Herabwürdigungen und Beschimpfungen gehörten zum Gefängnisalltag. Verurteilt wurde der Thüringer schließlich wegen des „versuchten ungesetzlichen Grenzübertritts“ zu 10 Monaten Haft. „Ich war 17, meine Träume schwanden“, erzählt Schneider sehr emotional.

Die Anklageschrift bekam er erst drei Monate nach der Inhaftierung vorgelegt. „Wie sich später herausstellte, hatte mich mein Bekannter verraten, der mit mir die Flucht plante. Er war ein Spitzel des Ministeriums für Staatssicherheit gewesen und täuschte nur vor, mir bei der Flucht helfen zu wollen. In Wahrheit sammelte er Informationen und Beweise“, so Schneider und ergänzt seine Schilderung um die Worte „Genau so funktioniert Diktatur, meine Damen und Herren!“

Demokratie verteidigen

Nach seinem rund 10-monatigen Gefängnisaufenthalt und weiteren Ausreiseanträgen wurde ihm 1974 schließlich die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland gewährt und er ließ sich in München nieder, wo er auch heute noch lebt. Eine wichtige Botschaft Schneiders ist es, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu animieren, die demokratischen Werte zu leben und zu verteidigen, damit Diktatur keine Chance auf Verbreitung hat. Der letzte Satz Schneiders vor dem lang anhaltenden Applaus schließt mit einem Appell: „Erhaltet die Demokratie! Geht wählen! Ihr wisst nicht, wie gut ihr es habt, dass ihr in einer Demokratie leben dürft.“

Autor: Florian Pollich, StR

Tipps, Strategien und Irrtümer bei der finanziellen Altersabsicherung

Vortrag Dommermuth

Kelheim. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hört man immer wieder die sorglose Frage: „Warum muss ich mich denn jetzt schon mit dem Thema Altersvorsorge auseinandersetzen? Ich bin doch noch so jung.“ Ein Aufschieben dieser Thematik bis ins hohe Alter ist nicht selten die Folge. Studien belegen, dass aktuell 36 % der Erwerbstätigen keine bzw. keine ausreichende Strategie für die Altersvorsorge entwickelt haben.

Damit sich die Schülerinnen und Schüler am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Kelheim aktiv Gedanken über die frühzeitige Altersvorsorge machen und gleichzeitig einen Praxisbezug zu den Lehrplaninhalten herstellen, informierte Professor Dr. Thomas Dommermuth von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden auf Initiative von StR Hans-Jürgen Nadler und OStR Stephan Pillmeier ca. 150 Schülerinnen und Schüler der Berufsschule und FOSBOS über das Thema „Staatliche geförderte Altersvorsorge“.

Gespartes schnell aufgebraucht

Zu Beginn der Veranstaltung erläuterte Prof. Dommermuth zunächst drei mögliche Säulen der staatlich geförderten Altersvorsorge, nämlich die Rürup-Rente, die betriebliche Altersvorsorge sowie die Riester-Rente und betonte, dass diese Vorsorgeformen – im Gegensatz zur Aktienspekulation und anderen riskanten privaten Anlageformen – keine bzw. nur sehr überschaubare Risken bei gleichzeitig hohen Renditen bergen würden.

Um den Zuhörerinnen und Zuhörern die Wichtigkeit der (frühzeitigen) Altersvorsorge zu verdeutlichen, stellte er einige Irrtümer über die finanzielle Absicherung im Alter in den Raum, um sie sogleich zu berichtigen; so z. B.: „Ich habe doch 100.000 € an Kapital selber gespart. Das reicht bis an mein Lebensende.“ Dommermuth rechnete vor, dass Ersparnisse in Höhe von 100.000 € bei 1 %-iger Verzinsung lediglich etwas mehr als acht Jahre ausreichen würden, wenn man gerade mal 1.000 € pro Monat ausgibt.

Gesetzliche Rente reicht nicht aus

„Auf die gesetzliche Rente allein würde ich mich an eurer Stelle auch nicht verlassen“, so der Hochschulprofessor. Auch hierfür lieferte er einen stichhaltigen Zahlenbeleg: Bei einem Brutto-Jahreseinkommen in Höhe von 37.500 € erhält der Erwerbstätige einen Entgeltpunkt pro Jahr. Liegt das Brutto-Jahreseinkommen über 40 Jahre konstant bei 22.500 €, so bedeutet das 0,6 Entgeltpunkte pro Jahr. Aktuell bekommt man für einen Entgeltpunkt genau 31,07 €, „was bedeutet, dass man nach heutigem Stand ungefähr 1.200 € gesetzliche Rente pro Monat erhält, unter der Voraussetzung, dass der Erwerbstätige – bei einem konstanten Brutto-Jahreseinkommen von 37.500 € – 40 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat“, verdeutlicht Dommermuth, und ergänzt, dass Krankenversicherungsbeiträge, Beiträge zur Pflegeversicherung, andere Beiträge und evtl. Steuern hierbei noch gar nicht berücksichtigt seien.

Im Durchschnitt bezieht ein Rentner ca. 40 % seines letzten Nettoeinkommens, benötigt jedoch ca. 85 % dieses letzten Einkommens für seinen Lebensunterhalt im Rentenalter. „Somit ergibt sich eine Versorgungslücke in Höhe von etwa 45 %“, so seine Schilderungen. Um der drohenden Altersarmut zu entgehen, sei demnach frühzeitig eine staatlich geförderte Altersvorsorge zu empfehlen.

Autor: Florian Pollich, StR

253 Schülerinnen und Schüler der FOSBOS im Abi-Fieber

PrüfungstagFoto (Kluge): Die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten am ersten Prüfungstag (Deutsch)

Kelheim. Am Montag vor den Pfingstferien begannen an der FOSBOS Kelheim die Abschlussprüfungen zum Erwerb der Fachhochschulreife (12. Jahrgangsstufe) und fachgebundenen beziehungsweise allgemeinen Hochschulreife (13. Jahrgangsstufe).

Während die 253 angehenden Abiturientinnen und Abiturienten mit einer vier- bzw. fünfstündigen Prüfung im Fach Deutsch starteten, folgten am Dienstag von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr die Profilfächer Physik, Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen (BwR) bzw. Pädagogik/Psychologie. Am Donnerstag legten die jungen Erwachsenen dann eine dreistündige Prüfung im Fach Englisch ab.

Den Abschluss bildete am Freitag schließlich eine 180-minütige Prüfung im Fach Mathematik.

Autor: Florian Pollich, StR

Italienische Schüler zu Gast bei Freunden

Sonne in PerugiaFOSBOS-Schüler genießen – gemeinsam mit den italienischen Gastgebern – die Sonne in Perugia.

Kelheim. „È peso! È bulo!“ entfuhr es Pietro, als er die Befreiungshalle zum ersten Mal in voller Pracht sieht. Übersetzt heißt das so viel wie „wirklich cool!“ Auch Tommaso, sein Schulkamerad ist von der Architektur dieses Bauwerkes geradezu begeistert, zumal „mich die Geschichte Napoleons sehr interessiert“, ergänzt der 17-Jährige. Möglich wurde die Besichtigung im Rahmen eines internationalen Schüleraustausches zwischen der FOSBOS Kelheim und dem Istituto tecnico tecnologico statale A. Volta in Perugia.

„Bereits seit 2015 arbeiten wir mit der Schule in Italien im Rahmen des Schüleraustausches sehr gut zusammen“, berichtet die Initiatorin und Organisatorin des Austausches, StRin Marialaura Heers. So auch in diesem Schuljahr: Nachdem bereits im Februar sieben FOSBOS-Schülerinnen und -Schüler zahlreiche Sehenswürdigkeiten in Perugia, Rom, Vatikanstadt und Assisi besichtigten und – untergebracht in Gastfamilien – in die italienische Kultur eintauchen konnten, folgte vor wenigen Tagen der Gegenbesuch aus Perugia.

Ergebnis Projekt
Bei der Ergebnispräsentation des Projektes über lokale Sitten, Gebräuche und Traditionen gab es die eine oder andere neue Information über die jeweilige Kultur.
 

Gastschüler begeistert von Kelheim

Natürlich war die Besichtigung der Befreiungshalle nicht das einzige Highlight des 6-tägigen Besuchs; auf die insgesamt sechs italienischen Gastschüler und ihre beiden Lehrerinnen wartete ein reichhaltiges Programm, um die bayerische Kultur näher kennenzulernen; und da hat die Kreisstadt Kelheim so einiges zu bieten: Im Rahmen einer Brauereibesichtigung, beim gemeinsamen Abendessen mit bayerischen Schmankerln in der Kelheimer Innenstadt oder etwa bei der Schulhaus- und Stadtführung zeigten sich die sechs Austauschschüler sowie die beiden Lehrerinnen tief beeindruckt. Aussagen wie „Kelheim ist malerisch schön“ oder „Es gibt viel Natur, was sehr schön ist“ unterstreichen dies.

Mittagessen
Italien meets Bayern – auch am Mittagstisch.
 

Reichhaltiges Programm

Neben der Besichtigung der Stadt Kelheim sowie Regensburg rundete ein ganztägiger Ausflug nach München sowie die gemeinsame Bearbeitung des Projektes „Lokale Traditionen, Sitten und Gebräuche“ das Austauschprogramm ab. Für Lacher sorgte Sebastiano im Bus auf der Fahrt zum Münchener Olympiagelände, als er feststellte: „Wie schön! Auf deutschen Autobahnen gibt es tatsächlich keine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung.“ Am letzten Tag des Austausches verbrachten die italienischen Schüler nochmal ganztägig bei ihren bayerischen Gasteltern, bevor sie am Folgetag – mit zahlreichen positiven Eindrücken im Gepäck – die Heimreise nach Italien antraten.

Autor: Florian Pollich, StR

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