Schülerinnen und Schüler der FOS Kelheim gegen Hassbotschaften im Internet

Bild1Stolz präsentiert Tanya Valcheva der Workshopleiterin, Nicole Rauch, ihre Videosequenz.

Kelheim. Es vergeht kein Tag, an dem die 12-jährige Miray (fiktiver Name) aus München, die ein Kopftuch trägt, nicht durch einige ihrer Mitschüler beleidigt und rassistisch beschimpft wird. Hinzu kommt, dass die verzweifelte Schülerin eines Tages im Internet, genauer gesagt auf sozialen Medien, mehrere Hasskommentare über Frauen mit Kopftuch entdeckt, welche zahlreich geteilt wurden. Man merkt, wie ratlos das junge Mädchen ist und wie stark sie diese Hasskommentare belasten. Dieses Szenario spielt sich mit Sicherheit so oder so ähnlich tagtäglich an den verschiedensten Orten und in den verschiedensten Facetten im realen Alltag, aber auch in den sozialen Medien im Internet ab.

Bild 2Letzter Check der Videosequenz vor der Präsentation.

Oft unkritischer Umgang mit Inhalten aus sozialen Medien

Tatsächlich verbreiten sich Hassbotschaften in sozialen Medien bzw. im Internet oft in Windeseile, sei es durch Bilder, Musikvideos oder etwa in Form von herabwürdigenden Texten; und das unter anderem auch, weil mit vielen Inhalten aus dem Netz oft zu unkritisch umgegangen wird.

Bild 3Werte, die auch in der digitalen Welt gelebt werden sollen.

Genau an diese Problematik knüpft das Projekt „bildmachen – Politische Bildung und Medienpädagogik zur Prävention religiös-extremistischer und rassistischer Ansprachen in Sozialen Medien“ an, das vor kurzem im Rahmen eines zweitägigen Workshops an der FOSBOS Kelheim stattfand und von Nicole Rauch sowie Lena Riede vom Münchener Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) in Kooperation mit ufuq.de begleitet wurde.

Nicht allen Inhalten Glauben schenken

„Da vor allem junge Menschen häufig im Internet surfen und mit Inhalten im Netz zu einem großen Teil unbefangen umgehen und diese nicht selten unkritisch teilen und weiterverbreiten, lag meine Motivation darin, das Projekt an die FOSBOS zu holen, zumal das Berufliche Schulzentrum Kelheim eine ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‛ und gleichzeitig eine ‚Referenzschule für Medienbildung‛ ist, in der eine offene Willkommenskultur herrscht“, schildert FOS-Lehrer Dr. Peter Kaspar, und ergänzt: „Die Schülerinnen und Schüler sollen durch den Workshop erkennen, dass eine differenzierte und selbstkritische Auseinandersetzung mit Inhalten im Bereich der Sozialen Medien bzw. des Internets enorm wichtig ist“ – und genau daran orientiert sich das Hauptziel des zweitägigen Workshops: Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen für Inhalte im Netz sensibilisiert werden und Botschaften, die im Internet oft unter dem Deckmantel der Anonymität verbreitet werden, richtig einordnen können, getreu nach dem Motto: „Glaube nicht alles, was im Internet steht, sondern hinterfrage Inhalte kritisch!“

Bild 4Werte am BSZ Kelheim, die nicht nur durch das zweitägige Projekt verwirklicht werden.

Wirre Pauschalisierungen als Bestandteil von Hassbotschaften im Internet

Damit die Schülerinnen und Schüler Botschaften im Internet kritisch bewerten können, stand der erste Teil des Workshops daher ganz im Zeichen der Frage „Woran erkenne ich überhaupt eine Hassbotschaft?“. „Ihr solltet vor allem auf bestimmte Sprachmuster achten“, erläutert Nicole Rauch vom JFF, und fügt Beispiele hinzu: „Eine sehr häufige Form, diffuse Hassbotschaften zu formulieren, zeigt sich in der Gleichsetzung wie etwa ‚Alle Flüchtlinge sind Sozialschmarotzer‛ oder aber in der vermeintlichen Gruppenbildung wie z. B. ‚Wir müssen unsere deutschen Frauen vor Asylanten schützen‛“. „Genau dieser sogenannten „Hate Speech“ in Sozialen Medien im Internet müssen wir entschieden und energisch entgegentreten“, so Lena Riede.

Zusammen Alternativbotschaften formulieren

„Immer wieder hören wir von Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Aussage ‚Ich kann gegen Hassbotschaften im Internet eh nichts bewirken, und schon gar nicht alleine‛, berichtet Rauch. „Genau dieser Gedanke soll durch unser Projekt revidiert werden.

Bild 5„Daumen hoch für Toleranz“, heißt es im Video von Jetlinda Qatani.

Es kann jeder etwas gegen Hassbotschaften im Internet tun und Alternativbotschaften formulieren, welche die menschenverachtenden Inhalte der „Hate Speech“ wirksam entkräften – am besten in einer Gruppe,“, motiviert die Leiterin des Workshops alle Anwesenden; und diese ließen sich nicht lange bitten, als es hieß: „Formuliert eine alternative Gegenrede, welche man in den Sozialen Medien posten könnte.“ Mit Spaß und Eifer entkräfteten die FOS-Schülerinnen und FOS-Schüler eine pauschalisierende und diskriminierende Falschaussage und Hassbotschaft nach der anderen.

Videodreh rundet Workshop ab

Ein weiteres Highlight bildete das Drehen von Videosequenzen anhand eines Mobbing-Szenarios, in dem eine Schülerin mit Kopftuch rassistisch beleidigt und von einigen Mitschülern in einen Raum der Schule eingesperrt wird. Sie postet über Soziale Medien Bilder von ihrer verzweifelten Lage, die ein Freund entdeckt und sie schließlich aus ihrer misslichen Lage befreit. In einem Rollenspiel wurde diese Szene nachgespielt und mit Smartphones aufgezeichnet. Der Kreativität und technischen Gestaltung der Videosequenzen waren dabei keine Grenzen gesetzt.

„Die Schülerinnen und Schüler haben tolle Videos gedreht. Mich hat dabei besonders beeindruckt, dass sich beim Rollenspiel auch die eher zurückhaltenden Schülerinnen und Schüler öffneten“ lobt Lena Riede die Einsatzbereitschaft der Jugendlichen.

Hoher Erkenntnisgewinn für alle Schülerinnen und Schüler

Am Ende waren sich alle Schülerinnen und Schüler einig: Der Workshop hat durch seine abwechslungsreichen Inhalte sehr großen Spaß gemacht. „Ich fand es super, aufgezeigt zu bekommen, wie man Hassbotschaften in Texten, Bildern und Videos identifizieren kann“, reflektiert der 17-jährige FOS-Schüler Meredith Heyden aus Siegenburg, und fügt hinzu: „Zudem hinterfrage ich Informationen vor allem aus den Sozialen Medien jetzt noch kritischer, indem ich zum Beispiel überprüfe, woher die Inhalte aus einem Internetkommentar oder einem Bild genau stammen.“

Auch Melina Scherbaum ist vom Projekt begeistert. „Jetzt kann ich noch besser auf Hassbotschaften im Internet reagieren“, so die 16-Jährige aus Mainburg. Dem können Emily Leipritz (16) aus Siegenburg und Tanya Valcheva (17) aus Mainburg uneingeschränkt zustimmen: „Einen Workshop in dieser Form hatten wir bisher noch nicht gemacht“, äußerten sich die beiden Schülerinnen, die sich durch die gesammelten Erfahrungen aus beiden Tagen darin bestärkt sehen, ihre offene Einstellung gegenüber anderen Ethnien genau so weiter zu leben und dafür auch in den Sozialen Medien aktiv einzutreten.

Nachhaltigkeit des Projektes am BSZ Kelheim

Aufgrund der hohen gesellschaftlichen Relevanz der Workshop-Inhalte und zum Zwecke der Förderung der Nachhaltigkeit des Projektes am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Kelheim gibt es an der Schule in naher Zukunft eine Fortbildung, in der das Projekt allen interessierten Lehrkräften vorgestellt wird, welche ihrerseits dann als Multiplikatoren wirken und so möglichst viele Schülerinnen und Schüler erreichen können, um Hassbotschaften in Sozialen Medien im Internet aktiv und effektiv zu bekämpfen.

„Es kann jeder etwas gegen Hassbotschaften im Internet tun.“ (Nicole Rauch, Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis)
„Die Schülerinnen und Schüler sollen durch den Workshop erkennen, dass eine differenzierte und selbstkritische Auseinandersetzung mit Inhalten im Bereich der Sozialen Medien bzw. des Internets enorm wichtig ist.“ (Dr. Peter Kaspar, Lehrer an der FOSBOS Kelheim)
„Ich hinterfrage Informationen vor allem aus den sozialen Medien jetzt noch kritischer.“ (Meredith Heyden, Schüler der FOS-Vorklasse)

Autor: Florian Pollich, StR

Elternbeirat an der FOSBOS Kelheim gewählt

ElternbeiratBild (Thomas Geißler): Der Elternbeirat freut sich auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Kelheim. Nun stehen die neuen Mitglieder des Elternbeirats für das Schuljahr 2018/19 an der Staatlichen Fachoberschule und Berufsoberschule Kelheim fest.

Die Neuwahlen brachten dabei folgendes Ergebnis: Zum 1. Vorsitzenden wurde Herr Stephan Schweiger gewählt. Herr Bernhard Pritschet bekleidet das Amt des 2. Vorsitzenden.

Frau Claudia Augsburger, Herr Thomas Geißler, Frau Yvonne Knauf, Herr Michael Ledutke und Frau Sabine Sattler bilden die weiteren Mitglieder des neuen Elternbeirates.

„Der Elternbeirat ist für unsere Schule sehr zentral, da er unter anderem über Wünsche, Anregungen und Vorschläge der Eltern aller Fachoberschüler berät und das Ziel verfolgt, das Vertrauensverhältnis zwischen den Lehrkräften und den Eltern der FOS-Schülerinnen und FOS-Schüler zu vertiefen“, betont Schulleiter Johann Huber die Wichtigkeit dieses Gremiums.

Autor: Florian Pollich, StR

Modulphase der Kooperation Realschule - Fachoberschule startet

Koop1Die Schülerinnen und Schüler der Realschulkooperation 2018/19.

Kelheim. Am 17.10. startete die Modulphase der Kooperation Realschule - Fachoberschule. Ca. 80 Schüler der vier Realschulen aus dem Landkreis Kelheim starteten mit einem gemeinsamen Nachmittag an der FOS Kelheim in die Modulphase der Kooperation Realschule – Fachoberschule.

Koop2StD Kluge mit Informationen zur FOSBOS.

Beratungslehrer Georg Kluge stellte gemeinsam mit Schülern der 12.Klasse die Schulart vor und erläuterte die Besonderheit der Fachoberschule, das Praktikum in der 11. Klasse der Fachoberschule. Anschließend führten Schüler der 11. Klasse Technik die Realschüler durch das Schulhaus, dabei erhielten sie einen kleinen Einblick in das Technikpraktikum und den Chemie- und Physikunterricht an der FOS.

Koop3StR Christian Pfahler führt mit Schülerinnen ein Chemie-Experiment durch. 

An den folgenden Mittwochnachmittagen besuchen die Schüler der Realschulen nun ausgewählte Module aus den Bereichen Mathematik, Physik, Informatik, Pädagogik und Psychologie und Englisch an der Fachoberschule in Kelheim.

Autor: Barbara Wieser, OStRin

FOSBOS Kelheim verabschiedet 236 Absolventinnen und Absolventen

AbiturredeStD Jürgen Lichtlein begrüßt die zahlreichen Gäste der Abiturfeier (Foto: Kluge)

Kelheim. Es gibt Momente im Leben, die vergisst man nicht so schnell. Es sind insbesondere solche Momente, die einem ganz persönlich gehören, die einen mit Stolz und Freude erfüllen. Ein solcher feierlicher und sicherlich unvergesslicher Moment fand am Freitag, 9. Juli 2018 in der festlich geschmückten Aula des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Kelheim statt, denn genau an diesem Tag bekamen 236 Schülerinnen und Schüler von der FOSBOS ihr Fachabitur- bzw. Abiturzeugnis verliehen.

Bestenehrung und SonderpreiseDie Ehren- und Sonderpreisträger(innen) (Foto: Kluge)
 
Laut OStD Johann Huber haben die Absolventinnen und Absolventen mit ihrem Abschluss „passgenau die Eintrittskarte erworben, die für den nächsten Schritt – sei es ein Studium, eine Berufsausbildung oder beides in Kombination – eine sehr gute Basis bildet“. „Weltmeisterliche“ Leistungen erzielten dabei insbesondere Manuel Kümper von der Klasse FOS Technik 13 sowie Stefanie Mayer von der Klasse BOS Wirtschaft 12b. Beide erreichten einen Notendurchschnitt von 1,20 und legten somit das schulbeste Abitur (Kümper) bzw. das schulbeste Fachabitur (Mayer) ab.

Auch Landrat Martin Neumeyer gratulierte den 124 jungen Frauen und 112 jungen Männern zu ihren respektablen Ergebnissen: „Ihr habt stärker gespielt als die deutsche Nationalmannschaft“, verglich Neumeyer die starke und disziplinierte Leistung der Kelheimer Absolventinnen bzw. Absolventen mit den saft- und kraftlosen Auftritten der DFB-Elf bei der Fussball-Weltmeisterschaft.

Des Weiteren würdigten Johanna Werner-Muggendorfer (SPD), Florian Oßner (CSU), Jürgen Eixner in der Funktion des 1. Vorsitzenden des Fördervereins sowie Katrin Fitter in der Funktion als 1. Elternbeiratsvorsitzende in ihren Grußworten die Leistungen der jungen Erwachsenen.

OStD Johann Huber und StD Jürgen Lichtlein ließen es sich nicht nehmen, alle Absolventinnen und Absolventen zu ihren Leistungen zu beglückwünschen und ihnen das Fachabitur- bzw. Abiturzeugnis persönlich zu überreichen.

Die beiden Schülersprecher Kristin Böhm und Andreas Stemmer führten durch das reichhaltige Programm, das auch zahlreiche Gesangseinlagen, instrumentale Darbietungen und vieles mehr beinhaltete. Nach dem offiziellen Teil der Abschlussfeier bekamen Lehrer, Schüler und Eltern bei einem gemütlichen Beisammensein die Gelegenheit, die Schulzeit an der FOSBOS Kelheim Revue passieren zu lassen und in Erinnerungen zu schwelgen.

An dieser Stelle gratulieren wir nochmals ganz herzlich allen Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2017/2018 zum Fachabitur bzw. Abitur und wünschen viele weitere schöne Momente im Leben sowie viel Erfolg und Durchhaltevermögen für die kommenden Aufgaben.

Autor: Florian Pollich, StR

Zeitzeuge „entführt“ FOSBOS-Schüler in die Welt der DDR-Diktatur

Vortrag_SchneiderRainer Schneider (stehend) bindet die Jugendlichen aktiv mit ein.

Kelheim. „Ich war 17 und hatte Träume. Ich wollte sie leben.“ – so beginnt der Erlebnisbericht des DDR-Zeitzeugen Rainer Schneider, der vor wenigen Tagen auf Initiative von StRin Susanne Pongratz-Wolf die FOSBOS Kelheim besuchte, um den Schülerinnen und Schülern der 11. Klassen über die persönlichen, teils traumatischen Erlebnisse seiner Kindheit bzw. seiner Erziehung, der Verhaftung und dem damit verbundenen Gefängnisaufenthalt in der ehemaligen DDR zu berichten.

Schneider wird den Tag seiner Verhaftung am Erfurter Hauptbahnhof im Jahr 1972 wohl nie vergessen, als sechs bewaffnete Männer den damals 17-Jährigen plötzlich überwältigten und ihn wie einen Schwerverbrecher in Handschellen abführten: „So schnell klebte ich noch nie wie ein Schmetterling an der Wand“, schildert der heute 63-Jährige – und das nur, weil er in den Westen, in die Freiheit zu seiner Mutter fliehen wollte, die in München Arbeit gefunden hatte.

Zahlreiche Anträge auf Familienzusammenführung wurden im Vorfeld abgelehnt, die Mutter sah er von 1958 bis 1962 insgesamt nur ein einziges Mal. Seine Kindheit verbrachte Schneider währenddessen bei der Großmutter in der DDR. Die geplante Flucht endete, bevor sie wirklich begann, schließlich im Jugendgefängnis, die verhasste Grenze zwischen BRD und DDR schien für Schneider zunächst unüberwindbar.

Willkür und systematische Einschüchterung

Der seit mittlerweile über 40 Jahren in München lebende Wahl-Bayer versteht es während der gesamten drei Schulstunden, die rund 100 FOSBOS-Schülerinnen und -Schüler von Anfang an in seinen Bann zu ziehen. Dabei stellt Schneider den Jugendlichen während seiner Schilderungen immer wieder eine zentrale Frage: „Wie funktioniert Diktatur, meine Damen und Herren?“ Die einstimmige Schülerantwort: „Durch Willkür und systematische Einschüchterung“.

In authentischer Art und Weise und mit Hilfe zahlreicher Bilder, originalen Briefen, Videodokumentationen und Kinderbüchern belegt der gebürtige Erfurter dies mit packenden Beispielen aus seinem Leben, indem er unter anderem von seinen Erfahrungen in der Kindheit, der Ausbildung in DDR-Ferienlagern inklusive dem sog. „Wehrkundeunterricht“ in der Schule berichtet, bis hin zu seiner Inhaftierung. Dass die Veranstaltung bei den Zuhörerinnen und Zuhörern sehr gut ankommt, beweist insbesondere die Tatsache, dass sie während der gesamten 135 Minuten immer wieder Zwischenfragen stellen.

Inhaftierung Schneiders

Im Raum ist nahezu bei allen Anwesenden der fassungslose Blick zu sehen, als Schneider Details von seiner Inhaftierung im Jahr 1972 verrät. „Einen Rechtsanwalt bekam ich zunächst nicht“, schildert er auch heute noch fassungslos. Auf ihn wartete stattdessen eine winzig kleine Zelle, in die er die ersten 10 Tage in Einzelhaft ohne jegliche soziale Kontakte gesperrt wurde. Herabwürdigungen und Beschimpfungen gehörten zum Gefängnisalltag. Verurteilt wurde der Thüringer schließlich wegen des „versuchten ungesetzlichen Grenzübertritts“ zu 10 Monaten Haft. „Ich war 17, meine Träume schwanden“, erzählt Schneider sehr emotional.

Die Anklageschrift bekam er erst drei Monate nach der Inhaftierung vorgelegt. „Wie sich später herausstellte, hatte mich mein Bekannter verraten, der mit mir die Flucht plante. Er war ein Spitzel des Ministeriums für Staatssicherheit gewesen und täuschte nur vor, mir bei der Flucht helfen zu wollen. In Wahrheit sammelte er Informationen und Beweise“, so Schneider und ergänzt seine Schilderung um die Worte „Genau so funktioniert Diktatur, meine Damen und Herren!“

Demokratie verteidigen

Nach seinem rund 10-monatigen Gefängnisaufenthalt und weiteren Ausreiseanträgen wurde ihm 1974 schließlich die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland gewährt und er ließ sich in München nieder, wo er auch heute noch lebt. Eine wichtige Botschaft Schneiders ist es, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu animieren, die demokratischen Werte zu leben und zu verteidigen, damit Diktatur keine Chance auf Verbreitung hat. Der letzte Satz Schneiders vor dem lang anhaltenden Applaus schließt mit einem Appell: „Erhaltet die Demokratie! Geht wählen! Ihr wisst nicht, wie gut ihr es habt, dass ihr in einer Demokratie leben dürft.“

Autor: Florian Pollich, StR

Berufsschule
Kelheim

Schützenstraße 30
93309 Kelheim
Tel.: 09441/ 29760
Fax: 09441/ 297658

Außenstelle
Mainburg

Ebrantshauser Straße 2
84048 Mainburg
Tel.: 08751/ 86620
Fax: 08751/ 866242

FOSBOS
Kelheim

Schützenstraße 30
93309 Kelheim
Tel.: 09441/ 29760
Fax: 09441/ 297658

Wirtschaftsschule
Abensberg

Römerstraße 12
93326 Abensberg
Tel.: 09443/ 6439
Fax: 09443/ 3440

Login