Workshop zum Assessment-Center an der FOSBOS Kelheim der ganz besonderen Art

Text statt dem BildDie Schülerinnen und Schüler der Klasse FW11c sind begeistert von den Lerninhalten.

Kelheim. 7.50 Uhr: Gerade kündigt der Schulgong die erste Schulstunde an der FOSBOS Kelheim an. Gespannt sitzen die Schülerinnen und Schüler der Klasse FOS Wirtschaft 11c auf ihren Plätzen. Für sie beginnt der heutige Unterricht jedoch mal ganz anders. Auf dem Stundeplan stehen in den kommenden fünf Unterrichtsstunden nicht die üblichen Inhalte der fachpraktischen Anleitung und Vertiefung, sondern ein Workshop der ganz besonderen Art.

Natalie SauerwaldSchülerin Tatjana Oberndorfer präsentiert das Gruppenplakat unter Einhaltung bestimmter Regeln.

 

Neben Vorstellungsgespräch häufig auch ein Assessment-Center

„Welche Besonderheiten gilt es bei einem Assessment-Center im Rahmen des Bewerbungsprozesses zu beachten?“ Um diese Frage zu klären, organisierte Studienrätin Christina Krauß kurzerhand einen Workshop, an dem alle 11. FOS-Klassen der Ausbildungsrichtung Wirtschaft und Verwaltung an drei Terminen teilnahmen. „Viele Schülerinnen und Schüler absolvieren nach der Fachoberschule entweder eine Ausbildung oder nehmen ein duales Studium auf. In diesem Zusammenhang kommen sie im Laufe des Bewerbungsprozesses immer wieder zwangsläufig mit einem Assessment-Center in Berührung. Vor diesem Hintergrund sollen unsere Jugendlichen und jungen Erwachsenen in diesem Workshop gewisse Besonderheiten und Tricks an die Hand bekommen, um ein solches Assessment-Center erfolgreich zu meistern“, schildert Krauß die Absicht der Veranstaltung.

Schülerinnen und Schüler betätigen sich aktiv und kreativ

Doch wer gedacht hatte, dass das ein über 5 Schulstunden andauernder, monotoner Vortrag werden würde, wurde gleich zu Beginn des Seminars eines Besseren belehrt. Der Leiter des Seminars, Michael Wochinger von der AOK Kelheim, verstand es, die Schülerinnen und Schüler nicht nur theoretisch über die Besonderheiten rund um das Assessment-Center zu informieren, sondern die Jugendlichen und jungen Erwachsenen selber aktiv gestalten und probieren zu lassen. Nach einer kurzen Einführungsphase durften die FOS-Schülerinnen und FOS-Schüler gleich richtig aktiv werden. Im ersten Handlungsauftrag ging es darum, Gruppen zu bilden und über ein Gruppenmitglied ein Plakat zu erstellen, das diese Person näher vorstellt. Der Kreativität in der Gestaltung dieses Flipchartplakates waren dabei keine Grenzen gesetzt. Im Anschluss an die Erstellung folgte dann die Vorstellung im Plenum und ein konstruktives Feedback durch Wochinger. Im weiteren Verlauf des Workshops stand schließlich eine Diskussion in Kleingruppen an. „Sinn dieser Gruppendiskussion soll es sein, zu einem Konsens zu gelangen“, erklärt Wochinger den Diskutanten. Wichtig hierbei sei es, bestimmte Regeln zu beachten wie z. B. respektvoller Umgang miteinander, den anderen ausreden lassen, auf Standpunkte des anderen Bezug nehmen, seine eigene Meinung sachlich fundiert begründen und rücksichtsvoll handeln, ohne sich mit aller Macht durchsetzen zu müssen etc. – Das sind Regeln, die auch insbesondere in jedem Assessment-Center zur Anwendung kommen und geprüft werden, ob sie eingehalten werden. „Insbesondere achten die Beobachter darauf, wie ihr argumentiert und wie gut ihr miteinander agiert“, gibt Wochinger – der selber schon in der Rolle des Bewerbers war und sich nun in der Position des Beobachters in einem Assessment-Center befindet – an die Seminarteilnehmer weiter.

Bau einer Murmelbahn

Ein Highlight der Veranstaltung stellte der Bau einer Murmelbahn dar. Ziel dabei war es, in der Gruppe eine funktionsfähige Murmelbahn zu bauen. Dabei kam es neben Teamfähigkeit auch darauf an, die Aufgabenstellung spontan umzusetzen und logisches Denken unter Beweis zu stellen. Mit Feuereifer bauten die einzelnen Gruppen Murmelbahnen und ließen ihrer Kreativität dabei freien Lauf. Der Grund für diesen Programmpunkt: Diese problemlösende Aufgabe könnte in dieser oder einer ähnlichen Form in einem jeden Assessment-Center vorkommen. „Und da kommt es auch auf das Gruppenverhalten an“, so Wochinger und ergänzt: „Wichtig dabei ist es, die vorgegebene Situation innerhalb einer bestimmten Zeit möglichst produktiv anzugehen und einen möglichst durchdachten Lösungsvorschlag zu präsentieren.“

Workshop kommt gut an

Dass der Workshop bei den Schülerinnen und Schülern gut ankam, beweisen nicht zuletzt Kommentare wie „Der war super locker!“, „Die Inhalte waren spannend, da man vieles selber ausprobieren durfte!“ oder „Die Tipps von Herrn Wochinger sind für meine zukünftigen Bewerbungen äußerst hilfreich“. Und die Tipps von Wochinger waren mehr als hilfreich. Kleine Kostprobe: „Setzt euch bei der Präsentation eurer Person folgendes Ziel: Verbindet eure Hobbies mit euren Stärken“, rät der Experte, und gibt hierzu ein Beispiel zur Veranschaulichung: „Wenn jemand gerne und regelmäßig Joggen geht, könnte dies bedeuten, dass diese Person großes Durchhaltevermögen hat und willensstark ist.“ Nicht nur Nguyen Thi, Kim aus der Klasse FW11c war vom Ablauf des Workshops begeistert und zieht auch gleich Rückschlüsse für ihre zukünftigen Bewerbungsgespräche: „Ich werde mir bei Präsentationen flüssige Übergänge überlegen und meine Hobbies mit Stärken verbinden“, reflektiert die 18-jährige Siegenburgerin. Ihr konnte Klassenkameradin Lena Heininger nur zustimmen: „Dadurch, dass Herr Wochinger uns hilfreiche und praxisnahe Tipps gab, fühle ich mich auf ein reales Assessment-Center jetzt deutlich besser vorbereitet.“, so die 16-Jährige.

Autor: Florian Pollich, StR

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