Vortrag zum Turiner Grabtuch am BSZ Kelheim

Authentisches Wunder oder geniale Fälschung?

Turiner Grabtuch Bild 1Gespannte Zuhörer beim Vortrag von OStD Günter Jehl.

Kelheim. Die 12. Klassen der Fachoberschule Kelheim hatten am Mittwoch, den 17. Januar 2018 die Möglichkeit, sich einen interessanten Bericht über das Turiner Grabtuch und die Frage, ob es sich dabei um ein authentisches Wunder oder eine geniale Fälschung handelt, von OStD Günter Jehl aus Amberg anzuhören.

Turiner Grabtuch Bild 2

Zu Beginn begrüßte der StR Josef Irl den Referenten und leitete den Vortrag kurz ein. Anschließend erklärte der Referent, dass es sich bei diesem Tuch um ein hochwertiges Leinentuch mit den Ausmaßen 4,30 m mal 1,10 m handelt. Danach begann er die Gründe, warum er sich mit dem Turiner Grabtuch beschäftigt und weshalb er sich ein Faksimile - das heißt eine 1:1-Kopie - anfertigen hat lassen, vorzutragen. Er legte dar, dass er kein Theologe sei, sondern Lehramt in zwei naturwissenschaftlichen Fächern studiert hat, jedoch in ihm im Laufe der Jahre ein großes Interesse am Grabtuch von Turin gewachsen sei.

In seinen Ausführungen erörterte Jehl nun Fragen zum Entstehungsdatum des Tuches, zur Person, welche auf dem Grabtuch zu sehen ist, und zur Entstehung des Abdrucks auf dem Tuch generell. Um diese Fragestellungen mit Fakten zu unterfüttern, gab er den Schülern einen historischen Rückblick auf die bekannte Geschichte des Turiner Grabtuches und berichtete dabei von der Faszination, die bei Wissenschaftlern aus allen Fachrichtungen für das Tuch besteht. So erläuterte er beispielsweise, dass sich Wissenschaftler aus ganz unterschiedlichen Disziplinen mit dem Grabtuch beschäftigt haben und auf höchst interessante Ergebnisse gekommen sind. Darunter fallen der Befund von Pollen, die nur in der Gegend von Jerusalem vorkommen, und die Aussage von Gerichtsmedizinern, dass die abgebildete Person sowohl gekreuzigt als auch gegeißelt wurde und auf brutale Weise gestorben ist. Jedoch gibt es auch eine Untersuchung des Grabtuches mithilfe der Radiokarbonmethode, die das Grabtuch auf eine Entstehungszeit im 14. Jahrhundert nach Christus datiert.

Dieses Ergebnis wird jedoch mittlerweile zum Teil angezweifelt, da sehr viele andere wissenschaftliche Ergebnisse auf ein wesentlich höheres Alter schließen lassen. Ein anderes Indiz, das laut dem Referenten für die Authentizität des Grabtuches spricht, ist die Übereinstimmung zwischen den wissenschaftlichen Befunden und dem Johannesevangelium. Günter Jehl stellte aber auch heraus, dass es noch viele ungeklärte Fragen bezüglich des Grabtuches gibt. Die Tatsache, dass die kirchlichen und biblischen Überlieferungen und viele wissenschaftliche Ergebnisse in weiten Teilen übereinstimmen, lässt jedoch folgende Schlussfolgerung zu: Beim Turiner Grabtuch könnte es sich um ein authentisches Zeugnis des Todes Jesu Christi handeln. Nichtsdestotrotz ließen sich letzte Zweifel nicht ausräumen. Ob man an die Echtheit des Tuches glaubt, bleibt eine Glaubensfrage, schloss Jehl.

Im Namen des Beruflichen Schulzentrums Kelheim bedankte sich StR Josef Irl für die spannenden und differenzierten Ausführungen zu einem der am meisten untersuchten Gegenstände der Wissenschaftsgeschichte und überreichte ein kleines Präsent an den Referenten.

Autor: Andreas Seidl, FT12A

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