Medienprofis von morgen: Wie digitale Bildung den Kita-Alltag verändert
KELHEIM. Die Digitalisierung macht auch vor den Kindertagesstätten nicht halt – und das ist gut so. Während digitale Medien lange Zeit kritisch betrachtet wurden, zeigt ein aktuelles Projekt an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Kelheim eindrucksvoll, welches pädagogische Potenzial in ihnen steckt. Unter dem Titel „kita.digital + Sprache“ werden angehende Erzieherinnen und Erzieher gezielt darauf vorbereitet, Kinder nicht nur im Umgang mit Medien zu begleiten, sondern ihnen auch zu zeigen, wie man diese aktiv und kreativ einsetzen kann. Die Übung „kita.digital + Sprache“ findet im Rahmen der Digitalisierungsstrategie Kita der Bayerischen Staatsregierung statt (www.kita-digital-bayern.de). Veranstalter der Übung sind das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales und das Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz gemeinsam mit dem JFF – Institut für Medienpädagogik sowie der Fachakademie für Sozialpädagogik Kelheim.
Übung „kita.digital + Sprache“ an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Kelheim
Vom Konsum zur aktiven Gestaltung
Im Mittelpunkt des Projekts steht ein grundlegender Perspektivwechsel: Kinder sollen digitale Medien nicht nur konsumieren, sondern selbst gestalten. Statt passiv vor Bildschirmen zu sitzen, lernen sie, ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen und mithilfe digitaler Werkzeuge auszudrücken. Dieser Ansatz stärkt nicht nur die Medienkompetenz, sondern auch Sprachentwicklung, Kreativität und Reflexionsfähigkeit.
Die medienpädagogische Ausrichtung verfolgt dabei ein klares Ziel: Digitale Technologien werden nicht als Selbstzweck verstanden, sondern als unterstützende Werkzeuge im Bildungsprozess. Durch gezielte Anleitung entwickeln Kinder ein Verständnis für ihre Lebenswelt und lernen, diese kreativ zu verarbeiten.
Praxisnah und innovativ: Lernen durch Erleben
Besonders überzeugend ist die praxisnahe Umsetzung des Projekts. Die Studierenden der Fachakademie haben in verschiedenen Einrichtungen im Landkreis vielfältige Methoden erprobt:
- Fotosafaris mit Krippenkindern: Schon die Jüngsten entdecken ihre Umgebung durch die Kameralinse und schärfen so ihre Wahrnehmung.
- Stop-Motion-Filme im Kindergarten: Spielerisch entstehen kleine Filme, die Kreativität, logisches Denken und Erzählkompetenz fördern.
- Wahrnehmungsspiele mit Fotos: Kinder beschreiben und reflektieren ihre Bilder als effektive Übung zur Sprachförderung.
Diese Beispiele zeigen, wie vielseitig digitale Medien im Kita-Alltag eingesetzt werden können, ohne den Bezug zur realen Welt zu verlieren.
Ergebnisse der Studierenden, die in den Einrichtungen im Landkreis Kelheim umgesetzt worden sind


Ein Gewinn für die Ausbildung
Auch die Lehrkräfte ziehen eine positive Bilanz. Die Studierenden hätten die anspruchsvollen Projekte mit großer Kreativität und Professionalität umgesetzt. Besonders im Hinblick auf die spätere Berufspraxis sei diese Erfahrung von unschätzbarem Wert. Denn moderne pädagogische Arbeit erfordert zunehmend digitale Kompetenzen – und die Fähigkeit, diese sinnvoll in den Alltag zu integrieren.
Digitale Bildung braucht Begleitung
Das Projekt macht deutlich: Digitale Medien sind längst Teil der kindlichen Lebenswelt. Entscheidend ist daher nicht das „Ob“, sondern das „Wie“. Eine kompetente pädagogische Begleitung ist der Schlüssel, um Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren.
Mit Initiativen wie „kita.digital + Sprache“ leistet die Fachakademie einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung frühkindlicher Bildung. Sie zeigt, dass digitale Medien – richtig eingesetzt – eine echte Bereicherung für Kinder, Fachkräfte und die Gesellschaft sein können.
Autorin: Simone Mittermeier, StRin

