Verkehrssicherheit im Fokus: E-Scooter-Training am BSZ Kelheim
Die Kreisverkehrswacht Kelheim gibt praktische Tipps für den sicheren Umgang mit E-Scootern im Straßenverkehr.
KELHEIM. Die steigende Beliebtheit von E-Scootern im Straßenverkehr bringt neue Herausforderungen mit sich – insbesondere für die Verkehrssicherheit. Am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Kelheim hat die Kreisverkehrswacht Kelheim daher ein umfassendes Fahrsicherheitstraining für Schülerinnen und Schüler organisiert. Ziel der Maßnahme: mehr Regelkenntnis, mehr Verantwortungsbewusstsein und letztlich weniger Unfälle.
Im Zentrum der Schulung stand die Erkenntnis, dass viele Nutzer die geltenden Vorschriften nur unzureichend kennen oder missachten. So werde häufig zu zweit gefahren, Gehwege unerlaubt genutzt oder Fahrzeuge technisch manipuliert. Dabei gelten klare Regeln: E-Scooter dürfen maximal 20 km/h fahren, sind erst ab 14 Jahren erlaubt und dürfen ausschließlich von einer Person genutzt werden. Zudem besteht Versicherungspflicht und das Fahrzeug muss über eine gültige Betriebserlaubnis verfügen.
In Theorieeinheiten wurden den Schülerinnen und Schülern zunächst rechtliche Grundlagen sowie typische Unfallursachen vermittelt. Besonders eindrücklich: Statistiken zeigen, dass bei E-Scooter-Unfällen vor allem Kopf- und Gesichtsverletzungen auftreten. Ein Grund dafür ist die fehlende Schutzstruktur, denn anders als im Auto gibt es weder Airbag noch Knautschzone.
Neben den rechtlichen Aspekten lag ein Schwerpunkt auf sicherheitsrelevantem Verhalten. Die Verkehrswacht appellierte an die Teilnehmenden, weder Alkohol noch Ablenkung während der Fahrt zuzulassen, stets aufmerksam zu sein und möglichst einen Helm zu tragen, auch wenn keine gesetzliche Pflicht besteht. Ebenso wurde vor den erheblichen rechtlichen Konsequenzen gewarnt, die durch das sogenannte „Tuning“ von E-Scootern entstehen können. Schon kleine technische Veränderungen können dazu führen, dass das Fahrzeug nicht mehr als Elektrokleinstfahrzeug gilt – mit strafrechtlichen Folgen wie Fahren ohne Fahrerlaubnis oder ohne Versicherungsschutz.
Nach der Theorie folgte der praktische Teil auf dem Übungsgelände hinter dem Schulgebäude. Dort absolvierten die Auszubildenden unter Anleitung eines erfahrenen Moderators der Verkehrswacht einen anspruchsvollen Parcours. Mit bereitgestellten E-Scootern trainierten sie unter anderem das sichere Spurhalten in einer engen Gasse, das Umschauen während der Fahrt, korrektes Handzeichengeben, Slalomfahren, Wenden sowie kontrolliertes Bremsen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Koordination und das Gleichgewicht gelegt – Fähigkeiten, die auf den kleinen, instabilen Fahrzeugen entscheidend sind. Vor Beginn der Übungen wurden den Teilnehmenden Helme ausgehändigt, um das Sicherheitsbewusstsein zusätzlich zu stärken.
Die Fortschritte waren deutlich sichtbar: Mit jeder Wiederholung gewannen die Fahrschüler mehr Sicherheit, was auch ihre Mitschüler motivierte. Das Training zeigte eindrucksvoll, wie wichtig praktische Übungen neben theoretischem Wissen sind.
Mit der Kombination aus Aufklärung und aktivem Training setzt die Kreisverkehrswacht Kelheim ein klares Zeichen für mehr Verkehrssicherheit. Denn eines wurde an diesem Tag besonders deutlich: Sicher unterwegs zu sein, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis von Wissen, Übung und verantwortungsvollem Verhalten.
Autorin: Simone Mittermeier, StRin
